Kennst du den Spruch? Hast du ihn dir selbst oder anderen schonmal gesagt? Wenn du als Kind eine Postkarte schreiben musstest, oder als du in der Schule bei den Aufsätzen nicht wusstest, was du erzählen solltest? Und heute hast du vielleicht einen Blog oder Newsletter und stehst vor demselben Problem, keine Ideen zu haben, über was du schreiben könntest. Ich kenne auch viele Leute, die gerade ihr Buch schreiben und nicht voran kommen, weil, du ahnst es, sie nicht wissen was sie schreiben sollen bzw. keine Zeit haben. Meistens wird gesagt, es ist der eigene Perfektionismus, der einen daran hindert, etwas zu tun, etwas anzufangen. Ich kenne so viele perfekte Menschen, mich eingeschlossen :). 

Perfektionist zu sein hört sich gut an

Ist es nicht schon ein befriedigender Gedanke, perfekt zu sein? Fühlt es sich nicht schon gut an, sich als Perfektionist zu outen. Das bedeutet man akzeptiert für sich selbst nur die höchsten Standards. Also man ist auf der Leiter der Leistungsgesellschaft ganz oben. Ich glaube, dieser Gedanke führt schon zu genug Befriedigung, nicht doch noch mit etwas anzufangen, was man eigentlich tun wollte. Eigentlich müsste ich oder ich sollte…blablabla. Diese Satzanfänge kennen wir alle. Wir stehen uns selbst im Weg und es ist nichts Schlimmes. Alles braucht seine Zeit und alles hat sein Timing. 

Wir sind alle nicht perfekt und können es auch niemals sein. Und was bedeutet schon perfektionistisch zu sein. Es dreht sich doch immer um subjektive Standards und Wahrnehmung. Es wird immer Leute geben, die einen nicht mögen und die das, was man macht, auch nicht mögen. Aber du kannst dennoch etwas tun, und zwar beginnen. Fange mit dem an, was du tun möchtest. Letzte Woche habe ich den japanischen Spruch „Der erste Schritt ist schon die Hälfte“ (Werbung: Geschrieben wurde mit dem Brush Pen, dem Pentel Sign Brush und die Illustration ist gezeichnet mit Pentel Pointlinern 0,3 und 0,05) mit dem Brushpen geschrieben. Denn sobald du den ersten Schritt gehst, ist der zweite nicht weit und schon bist du im Tun und dein Handeln wird sichtbar. 

Beginne mit der kleinsten Einheit

Wenn du vor einer Herausforderung stehst und es dir schwerfällt zu beginnen, dann breche deine Aufgabe in die kleinst-möglichen Teile herunter. Beim Buch lesen wäre es, den Titel oder die Zusammenfassung, oder die erste Seite zu lesen. Beim Fitness-Studio wäre es, die Sporttasche zu packen und zumindest mit dem Auto hinzufahren. Beim Jogging wäre es, sich Sportklamotten anzuziehen und die Schuhe zu binden und beim Schreiben bedeutet es, erstmal die Überschrift, einen Absatz oder eine Seite zu schreiben. Du siehst, es ist gar nicht so schwer, denn wenn du diese kleinen Steps machst, dann machst du auch die darauf folgenden und schon bist du im Handeln. 

Das Endresultat in unserer Vorstellung kann uns bremsen

Der Anfang fällt so schwer, weil wir ein komplettes Bild im Kopf haben, ein Resultat, welches wir erreichen möchten. Dann fangen wir oft mit Elan an und powern uns dermaßen aus, so daß wir beim nächsten Mal arge Widerstände in Körper und Geist spüren und eine gewisse Ohnmacht uns überkommt, so daß wir ein zweites oder drittes Mal überhaupt nicht weitermachen mit unserer geplanten Tätigkeit. Denn wir sind ja offensichtlich Perfektionisten :))) Die eigene Erwartungshaltung, das Endresultat in der Vorstellung und der damit verbundene fehlende Fokus auf die eigentliche Tätigkeit führen zu schnellen Enttäuschungen. 

Verliebe dich nicht in die Vorstellung, dieser oder jener zu sein

Wenn dein Ziel es ist, beruflich als Kreativer, Sportler oder Autor aktiv zu sein und damit Geld verdienen zu wollen, darfst du es nicht mit der Vorstellung, diese Person zu sein, verwechseln. Vielmehr ist es ratsamer, sich mit der ständigen und oft täglichen Tätigkeit anzufreunden und diese zu mögen. Denn diese trägt dich über einen langen Zeitraum, nicht die evtl. Erfolge. Diese sind nur eine Begleiterscheinung aufgrund der zuvor beschriebenen Aktivität. 

Womit wir bei der zweiten Schwierigkeit neben dem Beginnen angekommen sind. Das ständige Weitermachen, die eigentliche Tätigkeit, um die es eigentlich geht. Anfangs sprachen wir vom Schreiben und der Ideenlosigkeit. Zahlreiche Kurse und Ideen sind in den letzten Jahren online erschienen, die genau über diese Problematik sprechen und versuchen zu helfen. Und meiner Meinung lässt sich die Lösung auf alle Bereiche anwenden. Wenn ich als kleiner Junge keine Ideen hatte, über was ich schreiben sollte, lag das daran, daß ich nie über mich oder über das was ich getan habe, geschrieben habe. 

Es wird ja gesagt, dass du erst weißt, über was du schreiben möchtest, wenn du tatsächlich schreibst. Der Akt des Schreibens sollte einfach mehr in dein Leben integriert werden. Die Übung, Gedanken in Worte zu verwandeln kann mühsam sein, wenn das Schreiben an sich zu viel Energie verbraucht. Bringe dich durch regelmäßiges Schreiben in die Position, so dass dein Organismus den Akt an sich automatisiert wie per Autopilot erledigt. Denn dann können deine wahren Ideen fließen und deine wertvollen Erfahrungen, die tief in dir schlummern, in Worte formuliert werden. Im Klartext bedeutet es, daß du regelmäßig schreiben solltest und dabei ist es egal, über was du schreibst. Fang einfach an, der erste Schritt ist schon die Hälfte.

Bild und Text: Robert Bree

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