(Werbung) Hier folgt ein Interview, welches ich kürzlich für das Fachmagazin „Werbetechnik“ gegeben habe.

Im Interview verrät der Grafiker und Handlettering-Experte Robert Bree, welche Fonts in der Branche beliebt sind.

Herr Bree, welche Schriftentrends sind aus Ihrer Sicht für Werbetechniker aktuell?

Einige generelle Trends gelten auch für Werbetechniker. Es ist zu beobachten, dass bei Titeln und Überschriften mehr im Design gespielt wird, um eine ganz spezielle Stimmung beim Anblick zu erzeugen. Was also zum Beispiel bei Büchern, Webseiten, Produkten und Zeitschriften in Klein passiert, ist genauso zu beobachten bei größer dimensionierten Werbeschriften etwa auf Fahrzeugen, bei Leuchtreklame oder Einzelhandelsgeschäften. Der Ausdruck wird immer individueller und zugeschnittener auf das jeweilige Angebot.

Hierbei ist zu beobachten, dass handgeschriebene Anmutungen im Trend liegen, auch hochwertige Retrolook-Schreibweisen sieht man langsam häufiger, wie beim klassischen Schildermalen. Wenn man ein gutes Gefühl für Schriften allgemein hat, lassen sich gewisse individuelle Ausdrücke auch durch Fonts oder Kombinationen davon erzielen. Das Maß aller Dinge sind aber die professionell von Hand angefertigten Buchstaben, sowohl für kleine als auch für große Dimensionen.

Sehen Sie nationale Unterschiede oder sind die Trends universell?

Grundsätzlich nähern sich die Trends aufgrund der leichten Überbrückung von Distanzen auf der Welt immer mehr an. Man könnte behaupten, dass die Länder sich untereinander weniger unterscheiden. Aber auf der anderen Seite sind die Unterschiede innerhalb des jeweiligen Landes vielfältiger, da jeder im gestalterischen Ausdruck heutzutage mehr Einflüsse hat und somit mehr Möglichkeiten.

Nordamerika beispielsweise ist nach wie vor etwas mutiger im Einsatz von speziellen Schriftarten und Handlettering. Besonders beliebt sind dort Retro-Anmutungen. Langsam sieht man diesen Trend aber auch in Europa. Deutschland ist recht trendbewusst, was aber nicht unbedingt heißt, dass wir hier eine eigene Identität in der Schriftgestaltung haben oder wahrgenommen werden als ein Land, bekannt für spezielle individuelle Ausdrücke bei Buchstabenformen. Wenn ein deutscher Blog zum Beispiel über aktuelle Schriftentrends schreibt, kann es sein, dass die Quellen der Inhalte größtenteils aus amerikanischen Blogs stammen. In Italien etwa ist man meiner Meinung nach weniger orientiert an Trends, aber durchaus experimentierfreudiger und mutiger was den individuellen Ausdruck bei Schriften angeht.

Kommt Handlettering auch für die Werbetechnik in Betracht?

Handlettering, wenn es professionell gemacht ist und den gewünschten Ausdruck erzielen kann, ist die ideale Lösung. Ich erinnere an die Firma Blaschke aus München. Sie ist verantwortlich für die vielen schönen Ladenbeschriftungen auf unterschiedlichen Materialien. Weil Herr Blaschke das Design von Buchstaben beherrschte, war die Firma sehr beliebt unter den Gewerbetreibenden schon nach dem Krieg, um die Innenstadt Münchens wieder einladender zu gestalten. Auch heute wäre es von hoher Qualität, wenn ein Werbetechniker sich mit Handlettering auskennen würde. Allerdings bedarf es sehr viel Übung und ich weiß nicht, ob ein Werbetechniker diese Zeit aufgrund seiner vielen anderen Aufgaben aufbringen kann.

Vielen Dank.
Eileen Noichl

Das Fachmagazin Werbetechnik ist auch online hier zu finden
(Mit freundlicher Genehmigung des WNP Verlags)

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