Was ist ein Raster?

Ein Raster ist ein Ordnungssystem in der visuellen Kommunikation. Es hilft dir, geometrische Formen auf einer Fläche anzuordnen. Anwendung findet es häufig beim Logodesign und bei Gestaltungsaufgaben typografischer Natur. Auch geometrische Formen oder der Goldene Schnitt sind Formen von Raster.

Warum braucht man ein Raster?

Mit einem Raster schaffst du eine geometrische Perfektion mit der jeweiligen Logoform. Gerade wenn du eine typografische Logoform gestaltest, bietet sich ein Raster an und verbessert das Gesamtbild. Denn die geometrischen Grundformen (die auch eine Art Raster sind) wie Kreis, Quadrat, Viereck, Spirale, etc. haben eine natürliche und gleichzeitig perfekte Formensprache. Die Summe von perfekten Komponenten bilden erst die gesuchte perfekte Logoform. Auch ermöglicht das Raster eine beständige Form für das komplette Design.

Haben alle Logos ein Raster?

Nein, viele Logos werden ohne Raster gestaltet. Wenn du aber genau hinschaust bei Logos, dann wird dir mit der Zeit auffallen, das bei vielen ein Raster hinterlegt ist. Je mehr du mit Rastern arbeitest, desto mehr siehst du es bei anderen Logos angewendet.

Wie sieht ein Raster aus?

Das am meisten genutzte Raster für die Skizzierphase ist das Punkteraster, wo alle Punkte 5 mm voneinander entfernt sind. Der Vorteil hierbei ist, dass wenige Elemente im Weg stehen beim Zeichnen. (links Punkteraster)

Ein weiteres populäres Raster hat gleichmässige horizontale und vertikale Linien. Es ist ein Linineraster mit 90- und 45 Grad Linien. Es gibt allerdings auch Raster mit Linien in anderen Winkeln angelegt als 45 + 90 Grad.

klassische-raster

Wenn du beim Skizzieren eines Logos ein Punkte- oder Linienraster nutzt, kannst du geometrische Formen leichter ansetzen. Bei komplexeren Logoformen werden diese Formen oder der Goldene Schnitt erst nachträglich eingefügt wenn möglich. Wie bei diesem Beispiel hier, wo ich nachträglich Kreise und Ovale eingefügt habe, um den Formen die perfekte Kurve zu geben.

raster-logodesign

Vorteile von Rastern

– Vereinfachung der Form
– Ordnen und Nutzen von perfekten geometrischen Formen
– konsistente Formensprache
– goldener Schnitt und goldene Spirale lassen sich evtl. integrieren

Was ist der Goldene Schnitt?

Die Gleichheit der Proportionen sind verantwortlich für die Schönheit bei der Anwendung des Goldenen Schnitts, nicht die Gleichheit der Bestandteile eines Layouts oder Logos. Es sind die Verhältnisse, von den einzelnen Bestandteilen, die immer gleich bleiben. Der Unterschied des kleinen Objekts zum größeren Objekt ist das gleiche Verhältnis wie das des größeren Objekts zu dem des Gesamtwerkes.

goldener-schnitt

Diese Vereinheitlichung der Proportionen ist asymmetrisch, aber dennoch harmonisch und wirkt im Auge des Betrachters als perfekt. Die normale Symmetrie besteht dabei nicht mehr zwischen den Objekten, aber eine Symmetrie der Verhältnisse unter den Objekten schon, denn die Proportionen sind immer gleich.

Es scheint wohl doch eine natürliche Gesetzmässigkeit von Harmonie dahinter zu liegen, denn in der Natur lässt sich der goldene Schnitt oft wiederfinden wie z.B. bei der Form von diesem Papagai.

goldener-schnitt-papagai

Man sollte sich aber nicht zu sehr konzentrieren, immer ein Raster benutzen zu müssen. Das limitiert die kreative Freiheit. Deswegen ist es beim Logodesign gut, nach der Gestaltung der Form zu schauen, welche Formen des Logos durch klassische geometrische Formen ersetzt werden können. Findet die Gestaltung und das Raster gleiche Linien, dann ist das die optimalere Lösung.

Ein praktisches Beispiel, wie ein Raster nachträglich über eine Logogestaltung gelegt wird, zeige ich dir in einem anderen Blogbeitrag.

Autor: Robert Bree
Foto und Grafik: Robert Bree, David-Clode/unsplash.com (Papagai)
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