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Das Interview mit den 5 Designfragen geht heute an Stefanie Ramb. Sie ist Industrieschneiderin und Theaterwissenschaftlerin, arbeitet für den Bayerischen Rundfunk als Regieassistenz in der (Erwachsenen)Hörspiel-Produktion und führt parallel ihr Unternehmen krambeutel, eine Manufaktur für maßgeschneiderte Wunschtaschen (Galerie, Online-Shop und Blog. Sie ist Teil von „siebenmachen“ und Mitteilhaberin am siebenmachen-Atelierladen in Obergiesing, gern unterwegs, schwer zufrieden zu stellen und Moment-Genießerin. Das Portraitfoto ist von „Fotografin Simone Naumann“.

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Auf welchen Aspekt sind Sie bei der Entstehung dieses Projekts (Tasche) besonders stolz?

Viele Menschen fragen, woher ich diesen gewebten Stoff bekommen habe. Da kann ich immer antworten: „Das habe ich selbst gemacht!“. Wie bei so vielen Beuteln, die ich für mich selbst nähe, entstand auch diese Tasche aus einer Blitzidee, die unerwartet vorbeischaute. Ich wollte eine große Beuteltasche nähen, bei der verschiedenfarbige Streifen in die Taschenform verwoben werden. Das Material ist LKW-Plane – wie bei den meisten krambeuteln – und das ist sehr rutschig und widerspenstig. Für das Webwerk habe ich alle 10 Finger und jede Menge Klebestreifen gebraucht – aber es hat sich gelohnt, oder?

Was ist für Sie am reizvollsten daran, Taschendesigner zu sein?

Ich selbst sehe mich nicht unbedingt als Designer, sondern eher als (auch) entwerfender Handwerker. Da die meisten krambeutel, die ich nähe, Wunschtaschen sind, ist der Kunde derjenige, der die Tasche entworfen hat. Dabei stehe ich so weit es nötig ist zur Seite, will aber auf keinen Fall Geschmäcker beeinflussen. Meine Herausforderung ist, alles Gewünschte möglich zu machen und dann mit meinem Perfektions-Anspruch umzusetzen.

Wenn Sie freie Wahl hätten, welches Taschendesign hätten Sie gern selbst realisiert?

Auf diese Frage fällt mir keine Antwort ein. Ich beschäftige mich nicht sonderlich viel mit aktuellen Designern oder neuen Designs, vor allem nicht im Taschenbereich. Manchmal würde ich gerne schöne Möbel oder Häuser entwerfen, oder wenigstens ein paar Möbelstücke und ein Haus für mich, aber das können schon andere Menschen sehr gut, denen sei es überlassen.

Was ist für Sie als Designer eine große Inspirationsquelle?

Die meiste Inspiration finde ich bei Spaziergängen in der Stadt. Da fallen mir zum Beispiel Farbkombinationen auf, die ich dann in einer Tasche umsetzen will. Was auch beim unterwegs sein immer ins Auge sticht: Menschen mit Taschen, die NICHT die Funktion erfüllen, die sie sollen. Aus diesen Negativ-Entdeckungen versuche ich dann bessere Lösungen zu entwickeln.

Wenn Sie nicht Designerin wären, was wäre Ihr Beruf?

Ich habe nach der Ausbildung zur Schneiderin ein geisteswissenschaftliches Studium abgeschlossen und arbeite seit 2007 in beiden Berufen gleichermaßen. Das ist für mich die beste vorstellbare Lösung. Ein Beruf für das Denker-Oberstübchen, einer für die kreative Handwerker-Ader. Wenn ich den ganzen Tag im Hörspielstudio beim Bayerischen Rundfunk verbracht habe, ist es wunderbar, abends noch etwas Un-abstraktes herzustellen. Andersrum ist es nach einer Woche nur an der Nähmaschine eine Wonne, in Text und Sound zu versinken.

Ich bedanke mich für das Gespräch

Das Interview führte Robert Bree mit Stefanie Ramb

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